Dienstag, 1. März 2011

Logbucheintrag, 28.02.2011: "Gockalan und Biebalan (Matthias: "Bitte was!?)"

"Bitte was?!", fragte unser Rheinländisches Crewmitglied, als der Betreff "Gockalan und Biebalan" die Runde machte. Doch erst einmal der Reihe nach: In Marina Cay ging's zum ersten Mal an der Außenseite eines Riffs zum schnorcheln. Neben einem halberholten Korallenriff trafen Ludwig und Florian auch auf eine Meeresschildkröte.
Nach einer fünfminütigen Inselerkundungsumrundungstour legten wir ab in Richtung Trellis Bay, was sich in etwa 200 mtr Entfernung befand. Das Anlegen gestaltete sich jedoch als ausgesprochen langwierig. Letztendlich versuchten wir nach zwei vergeblichen Ankermanövern an einer etwas in die Jahre gekommenen Boje festzumachen. Der Starkwind gab Matthias Auftrieb Urkräfte zu entwickeln, die er in guter alter Gewichthebermanier zur Schau stellen wollte, natürlich aufgrund seiner Beach-Boy-Natur. Da im Kampf Matthias gegen Boje letztendlich die Kugel gewann, waren wir dann doch gegen das Abtreiben gesichert.
Danach entdeckte Luis auf Trellis Bay, in einem einsamen Strandlokal, seinen neuen Lieblingsfisch: Mahi Mahi, oder wie Luis sagt: Machi Machi, Mutschi Mutschi...
Das Frühstück der Earlybirds am nächsten Morgen wurde durch einen nicht zu übersetzenden englischen Befehl, frei nach Ludwig: man solle doch die Spur räumen, jäh beendet. Ungewohnterweise war auch Matthias ein Teil der Frühaufsteher, neben Esther und Luis natürlich. Nach kurzem Verholen, das an Flo und Bene scheinbar unbemerkt vorüber ging, konnten beide das Frühstück in karibischer Behäbigkeit zelebrieren. Nach einstündiger kräftezehrender Fahrt legten wir halb ausgehungert in Road Town, der Hauptstadt Tortolas, an und wagten nach nährender Mahlzeit den Schritt aufs Festland, wo wir unseren bisher längsten Ausflug absolvierten. Bezugnehmend auf obigen Betreff, und von einem herumtorkelnden Tortolaner verfolgt, bestaunten wir doch sehr die Bewohner der Insel, hauptsächlich bestehend aus Gockalan und Biebalan (zu deutsch: Chicken BBQ und Baby Chicks). Matthias und Flo wollten währenddessen ihrem Beach-Boy-Image gerecht werden und Matthias legte Florian zur Anprobe ein Strandkleidchen an, schließlich ist ja Karneval, an dem Flo offensichtlich immer seine feminine Ader offenbart.
Durch eine bunte Schar einheimischer Schulkinder bahnten wir uns den Weg zum örtlichen Italiener, der uns leckeres hausgemachtes Eis anbot. Nach kurzer Einparkhilfe für eine fremde Frau machten wir uns mit dem von Ludwig gesteuerten Dinghitaxi auf den Weg zurück zur Snowflake, die uns mit Nudeln in Gorgonzola-Coleslaw-Soße lockte.

Sonntag, 27. Februar 2011

Logbucheintrag, 27.02.2011: "Schlafende Beach Boys"

Wir schlafen aus und legen gegen Mittag von Gorda Sound ab Richtung Virgin Gorda Harbour, um die Einklarierungsprozedur für die BVIs zu absolvieren. Hier reicht es nicht aus, dass der Skipper mit allen Papieren und Pässen "antanzt", die gesamte Crew muss sich persönlich bei der Immigration vorstellen. Unsere "3 1/2 Beach Boys mit Luis" wollen noch duschen, das dauert. So kommen wir 2 Minuten zu spät. Also 8 Formulare für Virgin Gorda, die wir immerhin noch ausgehändigt bekommen. Am nächsten Morgen darf Ludwig alleine nochmal "antanzen".
Gegen 13 Uhr legen wir in der Marina ab und fahren zu den "The Baths".
Hinkelsteine und haushohe Granitblöcke säumen die weissen Strände, umgeben von türkisfarbenem Wasser, Palmen und starker Brandung. Es ist nicht einfach an Land zu schwimmen. Luis und Esther werden erstmal von den Wellen "getauft" und mit der nächsten Welle werden wir nach Luft schnappend wieder an Land gespült - unter lauthalsem Geschrei von Luis. Wir haben es geschafft ! Die Mühe lohnt sich ! Die riesigen Felsen bilden Planschbecken, in die immer wieder die Brandung überschwappt. Sie lässt labyrinthartige Flüsse zwischen den Granitbrocken entstehen. Luis lenkt sie mit Dämmen aus Kokusnuessen und Korallensteinen um. Ein Naturschauspiel und eine "Spielwiese" für Luis. Immer die unberechenbare Brandung im Blick.
Ludwigs' erster Versuch, mit Luis die Brandung am Strand zu überwinden und zu Snowflake zurückzuschwimmen, scheitert kläglich: Ludwig wird "unterspült". Nach längerem Abwarten schaffen die beiden es und kommen wohlbehalten zum Schiff zurück.
Plötzlich treibt ein herrenloses Beiboot an uns vorbei, das wir gut gebrauchen koennten, denn unseres verliert wieder Luft. Doch wir schlagen "Alarm" und gestikulieren dem "Franzosen-Mega-Kat" zu, dass er grade was "verloren" hat. ;-) Ein Crewmitglied wirft sich ins Zeug und ins Wasser und schwimmt dem Beiboot hinterher.
Auch Snowflake vermisst etwas: Nämlich 2 von 3 Beach Boys ! Die Sonne geht schon unter und jetzt kommt das Megaphon zum ersten Mal zum Einsatz: "Florian und Matthias bitte die "girlies" am Strand lassen und zu Snowflake kommen! Wir legen ab"". Nachdem Luis den Aufruf mit "Bye, bye" wiederholt, tauchen die Beiden auf und wir legen tatsächlich ab.
Es ist nur ein Katzensprung bis zu der vor Tortola vorgelagerten Insel "Marina Cay".
Ausgehungert gibts ein schnelles, aber sättigendes Abendessen von Esther und Ludwig: Pasta mit Sauce Bolognaise".
Die Crew fällt satt und muede in die Kojen.

Freitag, 25. Februar 2011

Logbucheintrag, 24.02.2011: "3 beach boys on tour"

Abflug Frankfurt bei -2°, Ankunkft nach 50h auf St. Maarten bei 29,5° - die drei Beach Boys gehen an Bord. Die Beiden suchen die Girlies am Strand - Matthias denkt nur ans Essen und macht sich auf, um für die nächsten 10 Tage für die gesamte Crew zu bunkern.
Die Girlies halten sich noch versteckt und Bene geht erst mal zum Friseur, vielleicht hilfts.
Auch der zweite Tag wird hart, Knoten üben ist angesagt. Dann gleich ablegen, von Holland nach Frankreich in die Marigot Bay - Karibisches Wasser zum anfassen. Am nächsten Tag geht's auf in das erste Seglerlebnis mit den wichtigsten Manoevern. Bravorös gemeistert hat man sich ein paar Sonnen -und Happy Hour Strandstunden in Baie Grande Case verdient. Bereit zum Absprung nach Virgin Gorda, der östlichsten Insel der British Virgin Islands. D.h. eine Nachtfahrt von 100 Seemeilen über das offene Meer steht uns bevor. Insgesamt eine angenehme, sternenreiche Fahrt mit optimalen Winden und gut genutzten Nachtwachen für Bene...
In den frühen Morgenstunden ist endlich die Bucht Sand Box auf Virgin Gorda in Sicht. Erstmal Ausspannen und nichts tun - ein ganz normaler Tag in der Karibik. Die drei Beach Boys sind angekommen.

Montag, 21. Februar 2011

Logbucheintrag, 20.02.2011: Wehmut an Bord

Am 18.02.2011 verlassen wir Johnnos' "Liming" und Anguilla - ein Stück ursprüngliche Karibik: Leere Supermärkte (Brot gibts nur, wenn man Glück hat, ansonsten halt Bananen, Wasser & Rum), viel Bürokratie, jedoch eine unglaublich anziehende Atmosphäre, die man so schnell nicht vergisst. Wir werden uns sicherlich auch zu Hause in Deutschland immer wieder daran erinnern - hoffentlich - wenn es bei uns mal wieder zu hektisch zugeht.
Menschen, Einheimische, die eine faszinierende Langsamkeit und "Entspanntheit" an den Tag legen, die wir Europäer vielleicht am Anfang irritierend als ignorantes oder gar gleichgültiges Verhalten interpretieren. Stimmt aber nicht ! Hinter der herben Fassade steckt eine Freundlichkeit, die einen dann doch immer wieder überrascht. Mit lockeren Sprüchen wie "Everything ok guys?" auf den Lippen wird einem auf die Schulter geklopft.
Für Edith & Franz ist es der letzte Segeltag zurück nach St. Martin/St. Maarten: Zusammen erlebten wir zum Teil doch sehr aufregende Momente. Zum Abschluss zieht noch ein kleine Wasserhose (Mini-Wirbelsturm) an uns vorbei, wir werden glücklicherweise nur nass - von oben.
Wir ankern in der französichen Marigot-Bay auf St. Martin: Die Zivilisation hat uns wieder! Lärmender Autoverkehr, Brackwasser im Hafenbecken, aber eine wirklich tolle Bäckerei mit Erdbeertörtchen und Vollkornbrot.
Am 19.02.2011 muessen wir frueh raus, die Hebebrücke in der Simpson Lagoon öffnet schon um 08:15 Uhr. Da gehts wirklich eng zu ! Rechts und links von Snowflake nur noch 2 Meter, da ist "Käptn's Augenmaß gefragt. Auch in der Lagune wird konsequent das Echolot im Auge behalten. Die Wassertiefe beträgt oft ausserhalb der verwirrenden Fahrwasserbetonnung nur noch 40cm, wir haben einen Tiefgang von 90cm !
Gegen 10 Uhr passieren wir die Grenze zum niederländischen St. Maarten und legen in der Simpson Bay Marina an.
Es wird gleich "klar Schiff gemacht": Deck geschrubbt, Diesel- und Wasser getankt, die Kajüten und die Kombüse geputzt, Ersatzteile besorgt, das Dinghi neu geklebt, es gibt ja immer viel zu tun. Die neue Crew ist schon im Anmarsch !
Es kehrt an Bord ein bisschen Wehmut ein.
Schon wieder sind 2 besondere Wochen rum.
Wir verabschieden Edith und Franz und sehen sogar vermutlich ihren Flieger über uns hinwegfliegen. Luis ist sehr traurig...
Aktivismus hilft und wir machen noch am Nachmittag den nächsten Grosseinkauf für die nächste Crew, die wir am Abend freudig erwarten. Auf zu neuen Ufern, zu den British Virgin Islands (BVIs') !

Donnerstag, 17. Februar 2011

Logbucheintrag, 16.02.2011: " 7 Formulare für Anguilla und kein Fischkopf an Bor

Wir schaffen es bis 15 Uhr in der Road Bay auf Anguilla anzukommen. Wir beeilen uns, die Einklarierungsprozedur hinter uns zu bringen. Das Ausfüllen der vielen Formulare wird in Johnnos' Bar verlegt. "Liming" mit Rum-Punsch macht die Prozedur erträglich. Zeitgleich bestaunen Edith, Esther und Luis die leeren Supermarktregale, wo sie etwas Brot, Bananen und eine Flasche Wasser erstehen.
Am nächsten Tag gehts frueh weiter zu einem Abstecher ins angekündigte Schnorchelparadies der "Prickley Pears". Auf dem Weg dorthin passieren wir "Sandy Island", die perfekte Idylle zum Heiraten, neben "Mopion Isaland". Ein erneutes Angelglück von Franz sichert das Abendessen: Ein barschähnlicher Fisch mit roten Augen, nachdem er den obligatorischen Wodka hinter die Kiemen verabreicht bekommen hat. Der Wodka ist alle, der nächste Fisch kriegt "Single Malt".
Auf "Prickely Pears" angekommen, erwartet uns ein weiterer Korallenfriedhof in paradisischer Umgebung: Türkisfarbenes Wasser, ein weisser, palmenumsäumter Sandstrand und einer bunten Fischvielfalt: Viele, grosse Papageienfische und noch viele, bunte Fische mehr !
Wir kommen am Abend in der Crocus-Bay an und hauen den Fisch in die Pfanne mit reichlich Kartoffeln, da Franz' zweiter Fisch die Angelleine durchgebissen hat. Teure, arme Fische, wir geniessen ein vorzügliches Menue !

Dienstag, 15. Februar 2011

Logbucheintrag, 14.02.2011: "Kaventsmänner" zum Valentinstag

Der Tag beginnt ruhig mit dem nach "unten schauenden Hund" am Vordeck (Yoga!)
Wir schnorcheln in dem Marine Park der Ilets Pinels und machen uns gegen Mittag von der Boje los Richtung Baie Grande Case, ein eigentlich kurzer Sprung nach St. Martin.
Wir muessen aber durch die vorgelagerte Zone der Brecher an der wilden Ostküste. Der Meeresboden steigt dort von 25 Meter rapide auf 5 an, d.h. die über 5000km aufgebaute Atlantikwelle staut sich auf und es bilden sich imposante Roller.
Wir versuchen durch die Brecher durchzusteuern, da löst sich ein Karabiner der Dinghi-Aufhängung.
Das Dinghi hängt nur noch an der Sicherung und schlägt gegen das Heck. Franz befestigt schliesslich das Dinghi wieder sicher.
Plötzlich kommt Ediths' Ruf von Steuerbord: "Wahrschau" (d.h. "Riesenwelle").
Ludwig schreit: "Festhalten" !, Luis wird noch ins Cockpit gezogen, dann kommt er an: Wie eine Wand baut sich der Kaventsmann senkrecht vor uns auf. Er bricht sich direkt über Snowflake, die vollständig überspült wird !
Wir sind zu langsam, um auf Kurs zu bleiben und über die Welle zu kommen. Snowflake kippt seitlich weg. Wir haben uns um 90 Grad gedreht.
Wir sind alle noch da, völlig durchnässt und sprachlos. Unser "Hoppel" (Stromgenerator) baumelt achtern an der Sicherungsleine. Franz holt ihn wieder an Bord.
Keine Zeit zum Durchatmen, der nächste Brecher rollt an und holt den Laptop vom Pult, um 2 Meter tiefer in der Pantry aufzuschlagen. Das gesicherte Geschirr und die Lebensmittel fliegen durch die Küche. Wir halten uns fest.
Nach mehreren weiteren Brechern haben wir die Brandungszone passiert und können auf gemütlichem Vorwindkurs unser Ziel ansteuern.
Wir erreichen die Bucht und machen uns an die Aufräumarbeiten und siehe da: Der Laptop hat den Sturz überlebt.

Montag, 14. Februar 2011

Logbucheintrag, 13.02.2011: Doktorfische und Party Girls

Auf dem Weg von St. Barth nach St. Martin machen wir einen Zwischenstopp auf den "Five Islands", einem Marine Reserve. Unser Segelführer (Erscheinunsjahr 2008) verspricht uns wieder ein intaktes Korallenriff, wir sehen auch viele bunte und verschiedene Fische, doch die Korallen sind abgestorben. Die Hurricans der letzten Jahre haben wohl auch die Unterwasserfauna zerstört.
Trotzdem ist die unbewohnte Bucht ein idyllischer Nachtankerplatz.
Am nächsten Tag segeln wir weiter nach St. Martin, diesmal auf der seglerisch anspruchsvollen Ostküste. Die Atlantikroller brechen sich eindrucksvoll vor der Küste.
Auf Ilet Pinels finden wir den Geheimtipp, einen endlich mal wieder wirklich ruhigen Ankerplatz, einen "yellow beach" mit starkem Rum-Punsch, Einsiedlerkrebse und sexy party girls! Vor traumhafter Kulisse wehen die Röckchen der Französinnen im Wind und demonstrieren lebhaft die aktuelle Tangamode.