Freitag, 28. Januar 2011

Logbucheintrag, 27.01.2011: Luis entdeckt die Unterwasserwelt

Gleich nach dem Frühstück lichten wir in der Bucht nochmal den Anker, um zu dem fantastischen Tauch- und Schnorchelfelsen Ilets a Goyaves, im Cousteau Marine National Park, auf Guadeloupe, zu fahren. Wer hätte das gedacht, dass uns Guadeloupes' Unterwasserwelt so in ihren Bann zieht !
Die Tauchausrüstung wird klargemacht und Luis freut sich so auf seinen ersten, richtigen Tauchgang mit Luft aus der Taucherflasche von Ludwig. Er ist schon seit dem Vorabend in heller Aufregung und kann es kaum erwarten !
Der erste Versuch scheitert und Luis ist sehr frustriert..Er bekommt "zu wenig Luft" durch das Mundstück.
Luis schwimmt zu Snowflake zurück und Ludwig taucht ab - oje, bei Luis kullern die Tränen vor Enttäuschung !
Als Ludwig wieder auftaucht, will Luis es unbedingt nochmal probieren und es klappt ! Er atmet mit dem Mundstück unter Wasser und ist sooooo glücklich !!! Das ist die Motivation endlich das Schnorcheln zu lernen ! Und siehe da: Es klappt !!!
Dann gibts noch eine tolle Überraschung: Edith und Franz treffen wir schon in einer Woche auf St. Maarten und wir segeln gemeinsam Richtung British Virgin Islands oder wohin uns der Passat halt bläst ! ;-)

Logbucheintrag, 26.01.2011: "Schlafen, schnorcheln, segeln.."

Nach einem schönen Morgen-Schnorchelgang in den Illes des Saintes, lichten wir um 09:30 Uhr den Anker und machen uns bei schönstem Segelkurs auf nach Guadeloupe, genauer gesagt erstmal in den Cousteau Marine National Park: Die größte Tauchattraktion an der Westküste von Guadeloupe ! Tatsächlich ist hier um die Felsinseln ein Riff, das viele bunte Fische und grosse Fischschwärme beherbergt. Die Nachmittagssonne leuchtet hinein und wir schnorcheln zu dritt und juchzen vor Freude über die Vielzahl der bunten und vor allen schon grossen Fische!
Stefan, hier denken wir an Dich, das wär was für Dich zum Tauchen !!!
Wir machen Bekanntschaft mit einer australischen Familie, die uns freudig in der "Bay" willkommen heissen. Zum Sonnenuntergang und übernachten verholen wir uns in eine sichere Bucht vor Guadeloupe.
Morgen, nachdem Luis das Frühstück gemacht hat und die Morgensonne ins Meer leuchtet, darf Luis seinen ersten Tauchgan mit Taucherflasche machen.
Die Unterwasserwelt hat uns in den Bann gezogen !

Dienstag, 25. Januar 2011

Logbucheintrag, 24.01.2011: "Nur 20sm entfernt und solche Gegensätze"

Am Vormittag schlendern wir durch Portsmouth auf Dominica.
Eigentlich besteht diese 2. Hauptstadt nur aus Bretterbuden und gestrandeten Schiffswracks.
Durch den vielen Regen steht überall das Schlammwasser, in dem dann auch der viele Müll schwimmt.
Wie die Leute hier leben, unvorstellbar, so einfach. Zu unserem Erstaunen gibt es doch viele angebliche Bars & Restaurants in den Bretterbuden, doch wir haben noch nie jemanden da sitzen sehen. Der Appetit unsererseits wird hier sowieso zusehends weniger...
Wir kaufen nur das Nötigste, Brot, ein und setzen uns noch schnell in die Internet-Strandbar, die um 10 Uhr eigentlich noch geschlossen hat.
Gegen Mittag verlassen wir Dominica mit gemischten Gefühlen: Zum einen war Dominica bisher die schönste - landschaftlich gesehen - karibische Insel. Die Einwohner ausgesprochen freundlich und zuvorkommend, nie aufdringlich, zum anderen ist die Armut so offensichtlich und bedrückend. Man sieht viele kranke, behinderte Menschen...
Nach 20sm erreichen wir "Die Heiligen Inseln", Illes des Saintes, 7 kleine Inseln, die Guadaloupe vorgelagert sind. Der Gegensatz zu Dominica könnte nicht größer sein. Wir fühlen uns wieder wie in Europa, wie im Mittelmeer. Wir ankern vor dem im Segelführer als malerischen Ort beschrieben Bourg, beschliessen lieber wieder zu kochen und morgen im Ort frische Lebensmittel einzukaufen.
Wir wissen noch nicht, ob es uns hier besser gefällt...

Montag, 24. Januar 2011

Logbucheintrag, 23.01.2011: "Salzbuckel an Land"

Am 22.01.2011 muessen wir unser Morgenbad früh einnehmen, da unser "personal guide" um 09:00 Uhr für unseren Landausflug parat steht.
Oje, hätten wir uns nur vorher sein Auto angesehen ! Und wir haben eine Bergtour mit ihm vor !
Das Buchen wir ab unter "lessons learned":-)
Wir fahren also erstmal zur Texaco und stellen hier schon fest, dass dieses Gefährt eigentlich nicht mehr verkehrstüchtig ist: Die Türen gehen nicht zu, die Automatik-Schaltung rumpelt, die Stoßdämpfer schlagen durch und die Lenkung macht Geräusche, die wir nicht hören wollen.
Gebucht ist gebucht und wir starten zun den imposanten Trafalgar Falls in den Bergen des Regenwaldes: Wir kommen auch tatsächlich an und der Ausflug lohnt sich ! Wir klettern hinab zu den heissen Quellen vor den ca. 30m hohen Wasserfällen. Erstmal in die 38Grad warme Badewanne mit Suesswasser. Wir lassen uns richtig einweichen und schrubben uns unsere Salzkrusten weg. Das tut sooooo gut !
Völlig entspannt und aufgeweicht gehts weiter zu den Geysiren. Auf dem Weg dorthin begegnet uns ein "Raster-Man" mit einer "Boa Constrictor" um den Hals. Die hat er vor 2 Monaten hier im Regenwald gefunden und mit nach Hause genommen. Für ihre 2 Meter ist sie ja noch ziemlich klein.
Im Botanischen Garten von Roseau verabschieden wir unseren erschöpften "Guide" und wir machen zwischen den Eidechsen Picknick. Wir durchlaufen die uns schon bekannte Vorstadt-Slums Hauptstrasse und sind bei Dämmerung wieder an Bord - wie es hier einem geraten wird.
Am nächsten Morgen um 7 Uhr (ohne Morgenbad) machen wir von der Boje los und haben eine gemütliche Sonntags-Kaffeefahrt nach Portsmouth, im Norden von Dominica, vor uns. Tatsächlich absolute Flaute im Lee, motoren wir 5 Stunden und erreichen die Bucht der Prince Rupert Bay.
Hier säumen diverse Frachter die Bucht, die die Hurrikane "David" und "Louis" in den letzten 5 Jahren an den Strand gespült haben. Der größte Schiffsfriedhof der Karibik ! Gespenstisch!
Der "Indian River", ein von der Unesco geschuetzer Fluss im Regenwald, ist ein Ausflug wert ! Im Kanu durchstreifen wir üppigsten Regenwald. Wir sehen viele seltene Vögel, Leguane auf den Bäumen, die so gut getarnt sind, dass nur ein geschultes Auge sie tatsächlich auch finden kann, grosse Krabben und Baumwurzeln aus "Tausend-und-einer-Nacht". Die Geräuschkulisse, gerade zur Abenddämmerung, ist ein wahres Meisterkonzert ! Ein wunderschöner Tag auf Dominica geht zu Ende. Der einzige Wermutsropfen: Die Kinderstube der Buckelwale vor der Westküste Dominicas' konnten wir leider trotz intensivem Auskuck nicht ausmachen !
Wir kommen wieder !!! (im März).
Morgen wollen wir weiter zu den vor Guadeloupe vorgelagerten "Heiligen Inseln" "Illes de Saintes".
Da sollen angeblich die letzten Gallier wohnen, die sich bis heute sträuben, ihr Blut mit den karibischen Schönheiten zu mischen.

Samstag, 22. Januar 2011

Logbucheintrag, 21.01.2011: "Dominica-Express"

Wir wollen endlich mal wieder ursprüngliche Karibik geniessen, so lichten wir morgens um 7 Uhr den Anker im doch sehr europäischem Martinique. Das fruehe Aufstehen haetten wir uns sparen können, denn für die immerhin 35sm (geplante 8 Std.) haben wir grad mal 5,5 Std. gebraucht !
Es pfeift uns ordentlich um die Ohren, die belegten Brötchen zum Mittagessen machen mehrere Zwischenlandungen in der Pantry bis sie als nicht mehr wiedererkennbare Teilchen draussen auf den Tisch kommen: Das Belegen hätte man sich also auch sparen können. Aber was solls !;-)
Wer hats denn hier so eilig ? Wir ja eigentlich nicht !
Luis schläft 2 Stunden und braucht danach die Pütz.
Von Esther hört man immer wieder nur ein "Wau", die ist aber gross!", bevor die Welle über Snowflake bricht und wir heute salzigen "Liquid Sunshine" haben: "Salz auf unserer Haut".
Um 13 Uhr erreichen wir die Hauptstadt Roseau, auf Dominica.
Wir machen an einer privaten Boje fest, beurteilen durch einen Tauchgang erst mal die Qualität der Boje und stapfen später durch die Vorstadt-Slums die Hauptstrasse entlang bei regem Verkehr ohne Gehweg.
Es duftet nicht nur der tropische Regenwald um uns herum, sondern vielmehr riecht es nach "Verbranntem Gras". ;-)
Der lange, schweisstreibende Weg hat sich gelohnt: Das Einklarieren klappt reibungslos !
Auf dem Rückweg begegnen uns einige Bettler und ein Blick in die Häuser lässt die Armut hier deutlich erkennen.
Die Leute begegnen uns aber trotz allem sehr freundlich und wir fühlen uns relativ sicher, aber doch sehr exotisch und wollen bei Einbruch der Dunkelheit doch Snowflake erreicht haben.
Den morgigen Landausflug zu den Trafalgar Falls u.a. haben wir bereits organisiert und so freuen wir uns auf die Wildnis !

Donnerstag, 20. Januar 2011

Logbucheintrag, 19.01.2011: Regenwald

Nach dem Stadtspaziergang in Fort de France lichten wir gegen Mittag den Anker, um den letzten Zwischenstopp auf Martinique, in St. Pierre, vor Dominica zu machen. Eine schöne Segel-Kaffee-Fahrt !
Um 16:30 Uhr erreichen wir die Bucht von St. Pierre. Diese hübsche Kleinstadt hat Geschichte.
Sie liegt am Fuße des Vulkans Mont Pélee. Der Vulkan ist immer noch aktiv !
Am 8. Mai 1902 um 07:50 Uhr zerbarst der Vulkan und gewaltige Massen an Gestein, Lava und Flutwellen begruben die bis dato bedeutendste Metropole der Karibik in Minuten unter sich. 30.000 Menschen fanden an diesem Morgen den Tod. Nur Louis Auguste Cyparis, der wegen Mordes in der Zelle auf seine Hinrichtung wartete, war einer der beiden Überlebenden der Katastrophe. Auch die 16 Schiffe auf Reede, darunter 2 Dampfer und ein Kabelleger, wurden Opfer der Naturgewalt.
Es ist nicht nur der fantastische, hügelige Wald im Hinterland von St. Pierre, der ein echter Regenwald ist, nein, es regnet wirklich alle halbe Stunde: Luken zu, Luken auf...am besten sitzt man in Badehose und Bikini hier ! Warm ists ja !
Morgen ist ein Museumsbesuch geplant, in dem die Naturkatastrophe veranschaulicht ist.
Baden und Relaxen gehört ja schon zum Bordalltag !

Logbucheintrag, 18.01.2011: Gestörte Nachtruhe in Anse d'Arlet

Am Abend frischt der Wind in der Bucht von Anse d'Arle plötzlich sehr stark auf, so dass Snowflake heftig ab und an an der Ankerkette ruckt. Mhhh....
Plötzlich um 5 Uhr morgens slippen wir an unserem Nachbarboot vorbei, von dem uns Ludwig gerade noch abhalten kann. Wie er das nur immer macht - mit einem Ohr immer auf Tuchfühlung mit Snowflake auch im Schlaf...
Esther und Luis waren dann auch ganz schnell wach und laufen an Deck. Es geht sehr schnell und wir sind unfreiwillig frei, da die Wassertiefe hier ganz schnell zunimmt. Es ist gar nicht so einfach sich vom Riff und den vielen Schiffen hier freizuhalten.
Wir kreisen eine Stunde in der Bucht und warten so auf die Morgendämmerung, um bei Sicht wieder einen festen Ankerplatz zu finden.
Gegen 6:30 schaffen wir das auch. Esther holt erst mal eine Mütze Schlaf nach während Ludwig & Luis Ankerwache machen.
Die idyllische Bucht mit ihrem türkisfarbenem Wasser am Riff, die vielen, vielen bunten Fische, Schildkröten, Rochen und Korallen, die entspannte Atmosphäre am Strand laden uns doch zu einem Verweilen eines weiteren Tages und einer Nacht ein. Zeit haben wir ja !
So geniessen wir den Tag in vollen Zügen, hauptsächlich mit dem Kopf unter Wasser und bestaunen die Unterwasserwelt !
Am 18.01. sehen wir gerade bei unserem täglichen Morgenbad das Zollschiff einlaufen ! Oje!!!
Im Notfall müssen wir eine gute Erklärung haben, warum wir 2 Tage und Nächte für die Überfahrt von St. Lucia nach Martinique brauchen (Reisezeit waren ja nur 4 Stunden!). Also doch, alsbald den Anker hoch und in die Hauptstadt Fort de France, zumal unser Kühlschrank auch schon wieder leer ist.
Wir ankern direkt vor der Stadt und fahren mit dem Dinghi mitten ins Getümmel. Was für ein Szenenwechsel: Hupende Autos, Hektik und dicke Luft !
Das Einklarieren läuft modern am PC ab, nur bisschen schwierig ist es, ausgerechnet diesen PC in der Stadt ausfindig zu machen. Sarkozy spart an Beamten im Übersee-Departement und vergibt die Zollformalitäten an private Geschäfte. In diesem Fall dem Yacht-Zubehörladen. Dafür bekommen wir hier subventionierten Rotwein von der Cotes du Rhone, eben zu einem erschwinglichen Preis. Der Supermarkt entspricht europäischem Standard und so kaufen wir ein, was 6 Hände und 3 Rücken eben so schleppen können. Es wird Nacht und wir geniessen auf dem Schiff eine Live-Percussion-Aufführung an der Uferpromenade.