Sonntag, 10. Oktober 2010

Logbucheintrag, Sonntag, 10.10.2010

Freitag abend sind wir auf Mallorca, Porto Cristo, angekommen.
Die Überfahrt von Menorca nach Mallorca war zum einen fantastisch, da wir wunderschönes Sommerwetter und vor allem Delfine zum Anfassen nah bei uns hatten ! Zum anderen wieder frustrierend, was den Motor angeht...eine never ending story...:-(((
Die Delfine spielten mit uns und schwammen ganz nah bei uns, unter "Snowflake" hindurch und zwischen unseren beiden Rümpfen !
Unglaublich schön ! So nah, so groß und so elegant !
Frustierend, dass nach der 4. Reparatur des Motors und des letzten vielversprechenden "mecanicos" Raphael, nach 3 Stunden motoren wieder der Motor ausfällt.
Auch das Problem der Undichtigkeit ist immer noch nicht gelöst. Das Ausbauen, Abdichten und Wiedereinsetzen der beiden großen Vorschiffsluken hat leider keine wesentliche Besserung mit sich gebracht.
Die Diagnose der letzten "Experten" ergab, dass das Gelcoat im Vorschiff so dünn ist, dass die Nässe durch die Glasfasern in die Kabinen dringt. Bei Regen und schwerem Wetter etwas unangenehm. Mal sehen, was es hier für eine Notlösung gibt...

Hier in Porto Cristo im kommunalen Hafen liegen wir wunderbar zentral. Restaurants, Bars, Strand und die weltberühmten Cuevas del Drach sind direkt vor unserer Nase. Das wechselhafte Wetter wird uns hier wahrscheinlich bis Mittwoch festhalten, bevor die Überfahrt nach Ibiza beginnt.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Logbucheintrag, Mittwoch, 06.10.2010

Ich weiss, langsam wirds langatmig...
Aber wir haben hier richtig gute Reparaturprofis gefunden !
In der Bucht von Addaya treffen sich keine Touristen und Charterschiffe mehr, sondern Eigner und Langfahrtensegler, d.h. mittlerweile treffen wir wieder Segler, die uns irgendwann mal schon begegnet sind, bloss, wo ???
Auf die Frage, "where is your dog?", sind wir momentan schlecht drauf zu sprechen.
Schoko hat Durchfall ! Ich führe das nicht weiter aus...
Auf jedenfall haben wir hier eine richtig gute Werkstatt getroffen, sprich Rafael, el "motorista" y su compannero ( das "enje" krieg ich nicht auf der Tastatur), der Mann, der für die Lecks zuständig ist, sind echt zackig und haben viel Erfahrung !
Also, der Motor ist repariert, diverse Instrumente gehen auch wieder, Temperaturanzeiger für den Motor, der Drehzahlmesser wird morgen montiert.
Dann sind die 2 grossen Bugfenster rausgerissen und neu abgedichtet und wieder eingesetzt worden.
Was uns Sorgen bereitet ist der Borddurchlass für das Echolot. Fühlt sich so wackelig an, dass Ludwig erstmal einen "Tampon" bereit gelegt hat, um im Notfall bei Wassereinbruch das Loch zu stopfen. Alles ganz harmlos...
Wir lassen jetzt noch ein paar Probleme auflaufen, und werden wohl auf den Kanaren das Schiff nochmal aus dem Wasser kranen lassen muessen...

Ansonsten: Ist hier alles in britischer Hand., alle mindestens 20 Jahre älter ! Hunde gibts viele, Kinder keine...

Luis wird jedenfalls später mal Mechaniker ! Er läuft nur noch mit dem Werkzeugkasten rum und sucht nach lockeren Schrauben und findet natuerlich auch die eine oder andere..;-)

Morgen checken wir nochmal die Dichtigkeit, d.h. wir spritzen das Schiff so richtig ab, das hat es eh nötig :-)

Wenns dicht ist, wollen wir morgen Nachmittag, Abend Richtung Malle.

Eigentlich sind wir trotz allem noch im Zeitplan.








Montag, 4. Oktober 2010

Logbucheintrag, Montag, 04.10.2010

Heute in der Nacht fängt der Südwind heftig zu blasen an.
Es ist Montag morgen und wir machen uns frühzeitig trotz viel Wind, 30 kn, von der Boje los, um in den Puerto Addaya zu fahren, wo es angeblich den Motor- und "alles-in-allem-Segelboot-reparier-Spezialisten" schlechthin gibt ! :-)
Bei fetziger Fahrt nur mit gereffter Genua brausen wir nach 30 Minuten in die Cala ein.
Spannend wird es im engen Fahrwasser. Die Bucht ist fjordähnlich mit engem Fahrwasser.
Mit kaputtem Tiefenmesser, Echolot, nicht ganz einfach auszumachen, wo wir mehr als 1 Meter Wassertiefe haben ohne auf Grund zu laufen.
In der Bucht sind seinesgleichen unter sich.
Keine Charterschiffe, keine Touristen mehr.
Fahrtensegler unter sich, doch "wo sind die alle nur" ?
Es wirkt hier wie eine verlassene "Geisterbucht".
"Snowflake" macht hier eine richtig gute Figur unter all den Seelenverkäufern. ;-)
Esther ärgert Ludwig. ;-)
Auf jedenfall sind die Hafenleute unheimlich freundlich und die Marina Office Managerin kennen wir schon von ihrem Folkoretanz aus Fornells.
Morgen um 8 Uhr gehts mit Wartung und Wäsche waschen weiter.
Mal sehen, was das der Tag so mit sich bringt.
Plan ist, sobald wie möglich nach Ibiza weiterzusegeln.
Auf Mallorca soll es nur einen Übernachtungsstopp geben.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Logbucheintrag, Sonntag, 03.10.2010

Am Samstag gegen 8 Uhr erreichen wir nach ca. 60 Stunden Blauwasserfahrt mit allen Höhen und Tiefen Fornells auf Menorca.
Wir machen an einer Boje in der Bucht, in der Cala Fornells, fest.
Total erschöpft verleben wir den Samstag an Bord.
Ludwig schläft sich erstmal richtig aus, bevor es dann wieder an die Lecks und an den Motor geht.
Erst gegen Abend fahren wir mit dem Dinghi an Land.
Schoko ist ausser sich vor Freude ! 3 Tage und Nächte ohne Landgang, das war hart für sie (für uns natürlich auch ein bisschen ;-). Mittlerweile springt sie sofort ins Dinghi, sobald wir es klarmachen, denn dann heissts ja "Landgang" und Hundefreunde suchen. ;-
"Fang neu an jeden Tag", lehrt uns Luis' Kindergartenlieblingslied, beginnen wir einen richtig gemütlichen Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und ca. 24 Grad !
Heute ist Festtag, San Antoni wird gefeiert, auf der "Plaza" gibt es Folkloremusik und -tanz in Trachten.
Beschaulich genießen wir köstliche Tapas und "dos cervezas".
Anschließend wandern wir die Küste entlang zu den für Menorca typischen Wachtürmen.
Luis ist begeistert ! Hier wurde nach den Piraten Ausschau gehalten.
Beim Rückweg studieren wir die Speisekarte des berühmten Restaurants "Es granc", in dem "el Rey", Juan Carlos, das für Fornells berühmte Langustengericht verspeist.
Unsere Bordkasse gibt das leider nicht her. Ist aber nicht so schlimm, denn Ludwig kocht heute an Bord für uns "Ausgehungerten" auf !;-)
Morgen früh gehts weiter in die Cala Addaya. Nicht weit, nur ca. 10 sm, für uns ein Katzensprung.
Dort gibt es angeblich mal wieder einen Spezialisten für Motoren, Durchführung von Laminatarbeiten und alles was das Segelschiff so braucht, zumindest "Snowflake".
Lassen wir uns überraschen, was wir dort also von unseren Problemen lösen können, bevor wir weiter nach Mallorca segeln.

Freitag, 1. Oktober 2010

Logbucheintrag, Mittwoch, 29.09.2010

Wettercheck, klar Schiff, um 12:00 legen wir ab. Immer noch Westwind...d.h. mühsames aufkreuzen gegen Wind und Welle. Die Balearen liegen 280 Meilen bei diesem Kurs nahezu unerreichbar vor uns. Die Stimmung ist ausgelassen, Esther und Luis tanzen auf Uriah Heep - Luis' Favorit seit 4 Wochen. Lieber Max Mager, an dieser Stelle denken wir an Dich ! Erst nach 24 h entfernen wir uns langsam von Sardinien. Ziemliches Gestampfe die ganze Nacht durch. Zu essen gibts nur Packerlsuppe und Fencheltee. Die Pütz steht immer bereit.

Am nächsten Morgen - Flaute ! Die Motoren müssen helfen. Ein kurzes hinhören, der Backbordmotor läuft trocken, also erstmal wieder nur ein Motor. Frust und Ärger machen sich breit. Wir überlegen umzukehren. Nachdem der erste Ärger überwunden und Luis so guter Dinge ist, setzen wir unsere Fahrt fort. Nach ein paar Stunden kommt der ersehnte Nordwestwind und wir kommen unter Segel gut voran. Die zweite Nacht wird ruhiger bei gutem Wind.

Nach 55 Stunden Blauwassser begegnen wir dem ersten Schiff - ein Segelboot auf Gegenkurs. Der Wind dreht auf Süd und bringt uns mit mehr als 6 Knoten Fahrt gen Menorca. Die letzte Nachtfaht steht bevor, die Sonne geht gerade unter, Esther und Luis spielen Quartett, nebenbei diktiert Esther das Logbuch. Wenn es so weiterläuft müßten wir Fornell's auf Menorca am frühen Morgen erreichen. Die Nachtwache muß noch ausgepokert werden.

Logbucheintrag, Dienstag, 28.09.2010

Aufbruch Richtung Balearen. Bei Westwind durch die Straße von Bonifacio. Snowflake stampft gegen Wind und Welle. Nach 4 Stunden beschließen wir einen Zwischenstop in St. Teresa di Gallura am Capo Testa. Alles ist Nass - aber der zweite Motor hat funktioniert. Wir gehen nochmal lecker Essen, Schoko hat freien Auslauf und schlafen uns nochmal richtig aus.

Montag, 27. September 2010

Logbucheintrag Montag, 27.09.2010, 02:25 Uhr: Feuer im Hafen von "La Gavetta"

Wir stehen noch unter Schock:
Heute Nacht gegen 2 Uhr früh riecht es nach verbranntem Gummi, Plastik, Feuer?
Wir stehen auf, sehen nach, ob bei "Snowflake" vielleicht was nicht stimmt. Chaos am Nachbarschiff, das gerade noch versucht abzulegen - bei Sturm. Das tun sie dann auch und schaffen es wohl, allerdings ist das Anlegen an einer anderen Stelle wohl mit Schrammen einhergegangen.
Da steht schon das englische Paar der anderen Nachbaryacht bei uns und ruft, dass wir uns schnell evakuieren müssen.
Feuer im Hafen ! Wir überlegen kurz, auch loszumachen, doch mit einem Motor bei dem Sturm ! Das ist zu gefährlich und letztlich bleibt uns nur tatsächlich nicht mal eine Minute überhaupt "Snowflake" zu verlassen.
Also Luis aus der Koje reissen, Luis und Schoko packen und raus aus dem Boot.
In diesem Moment driftet ein großes, lichterloh brennendes Fischerboot direkt auf unser Schiff zu. Der Wind treibt es genau auf "Snowflake" zu. Es ist so nah da ! Es tangiert "Snowflake" , wir können nicht erkennen, wie stark. Hoffentlich springt das Feuer nicht über und es gibt keine Explosionen. Es steht Yacht an Yacht. Eine wahnsinns Rauchentwicklung!
Ein zweites Fischerboot brennt. Dieses ist jedoch fest und treibt nicht im Hafenbecken. Merkwürdig, die brennenden Fischerboote lagen im Hafen weit auseinander. Das brennende Schiff bleibt bei unserem Nachbarboot hängen, dort versucht die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Drei unserer Nachbaryachten sind mit dem brennenden Schiff kollidiert.
Wir sind echt mit dem Schrecken davon gekommen !
Die Feuerwehr braucht noch zwei Stundenn, um die beiden brennenden Schiffe unter Kontrolle zu bekommen.
Ein Helfer der Feuerwehr kümmert sich um Luis und bringt ihm eine Decke.
2 Stunden stehen wir und sehen fassungslos dem Treiben zu, versuchen dem starken Rauch auszuweichen. Es brennt bisschen in den Lungen.
Einheimische munkeln was von "Mafiosi"...
Gegen 04:30 ist der Spuk vorbei, doch der Schrecken sitzt tief.
Wir trauen uns wieder aufs Schiff, es scheint alles in Ordnung zu sein. Wir gehen schlafen.
Gegen 8:30 stehen wir auf und überprüfen nochmal unser Schiff. Es scheint wirklich alles ok zu sein. Nur: Alles ziemlich rußig und mit Asche verschmutzt.
Wir haben auch keinen Strom mehr, weil ein brennendes Schiff ein Stück Steg versengt hat.
Ein Fischerboot ist mittlerweile am Grund untergegangen, das andere wird nach langem Auspummpen aus dem Hafen geschleppt und an einem Kran befestigt.
Der "Hafentratsch" ergibt, dass beide Fischerboote, die ca. 100m auseinanderlagen, dem ein und demselben Fischer gehört haben. Es waren die beiden größten Fischerboote im Ort. Hmm....
Für uns ist wieder der Motor angesagt, Ölwechsel, dann Deck schrubben, um die schwarze Asche loszuwerden.
Bei Luis dreht sich verständlicherweise alles noch um die Nacht, die Brandstifter und das Feuer. Wir brauchen auch noch bisschen, zum diese Nacht zu "verdauen".
Nichtsdestotrotz: Der Mistral lässt bisschen nach, es wird wieder bisschen wärmer. Vielleicht können wir am Dienstag oder Mittwoch unseren weiten Schlag zu den Balearen starten.
Mal sehen...