Wir stehen noch unter Schock:
Heute Nacht gegen 2 Uhr früh riecht es nach verbranntem Gummi, Plastik, Feuer?
Wir stehen auf, sehen nach, ob bei "Snowflake" vielleicht was nicht stimmt. Chaos am Nachbarschiff, das gerade noch versucht abzulegen - bei Sturm. Das tun sie dann auch und schaffen es wohl, allerdings ist das Anlegen an einer anderen Stelle wohl mit Schrammen einhergegangen.
Da steht schon das englische Paar der anderen Nachbaryacht bei uns und ruft, dass wir uns schnell evakuieren müssen.
Feuer im Hafen ! Wir überlegen kurz, auch loszumachen, doch mit einem Motor bei dem Sturm ! Das ist zu gefährlich und letztlich bleibt uns nur tatsächlich nicht mal eine Minute überhaupt "Snowflake" zu verlassen.
Also Luis aus der Koje reissen, Luis und Schoko packen und raus aus dem Boot.
In diesem Moment driftet ein großes, lichterloh brennendes Fischerboot direkt auf unser Schiff zu. Der Wind treibt es genau auf "Snowflake" zu. Es ist so nah da ! Es tangiert "Snowflake" , wir können nicht erkennen, wie stark. Hoffentlich springt das Feuer nicht über und es gibt keine Explosionen. Es steht Yacht an Yacht. Eine wahnsinns Rauchentwicklung!
Ein zweites Fischerboot brennt. Dieses ist jedoch fest und treibt nicht im Hafenbecken. Merkwürdig, die brennenden Fischerboote lagen im Hafen weit auseinander. Das brennende Schiff bleibt bei unserem Nachbarboot hängen, dort versucht die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Drei unserer Nachbaryachten sind mit dem brennenden Schiff kollidiert.
Wir sind echt mit dem Schrecken davon gekommen !
Die Feuerwehr braucht noch zwei Stundenn, um die beiden brennenden Schiffe unter Kontrolle zu bekommen.
Ein Helfer der Feuerwehr kümmert sich um Luis und bringt ihm eine Decke.
2 Stunden stehen wir und sehen fassungslos dem Treiben zu, versuchen dem starken Rauch auszuweichen. Es brennt bisschen in den Lungen.
Einheimische munkeln was von "Mafiosi"...
Gegen 04:30 ist der Spuk vorbei, doch der Schrecken sitzt tief.
Wir trauen uns wieder aufs Schiff, es scheint alles in Ordnung zu sein. Wir gehen schlafen.
Gegen 8:30 stehen wir auf und überprüfen nochmal unser Schiff. Es scheint wirklich alles ok zu sein. Nur: Alles ziemlich rußig und mit Asche verschmutzt.
Wir haben auch keinen Strom mehr, weil ein brennendes Schiff ein Stück Steg versengt hat.
Ein Fischerboot ist mittlerweile am Grund untergegangen, das andere wird nach langem Auspummpen aus dem Hafen geschleppt und an einem Kran befestigt.
Der "Hafentratsch" ergibt, dass beide Fischerboote, die ca. 100m auseinanderlagen, dem ein und demselben Fischer gehört haben. Es waren die beiden größten Fischerboote im Ort. Hmm....
Für uns ist wieder der Motor angesagt, Ölwechsel, dann Deck schrubben, um die schwarze Asche loszuwerden.
Bei Luis dreht sich verständlicherweise alles noch um die Nacht, die Brandstifter und das Feuer. Wir brauchen auch noch bisschen, zum diese Nacht zu "verdauen".
Nichtsdestotrotz: Der Mistral lässt bisschen nach, es wird wieder bisschen wärmer. Vielleicht können wir am Dienstag oder Mittwoch unseren weiten Schlag zu den Balearen starten.
Mal sehen...
Montag, 27. September 2010
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Hallo Esther, nachdem es so schneller geht als per Mail und ich ganz geschockt über Euren Eintrag bin, auf diesem Weg. Hoffe Ihr seid wohl auf und das Schiff wieder geschrubbt ;-)Lieben Dank Dir nochmal für das tolle Geburtstagsgeschenk! Hab mich rießig gefreut! Ich hoffe Ihr habt bald den passenden Wind für die Überfahrt. Alles Gute Euch drei!! Bis bald! Steffi
AntwortenLöschenHallo Ihr Lieben,
AntwortenLöschenLorenz und ich haben gerade ganz entsetzt Euren Bericht vom Feuer im Hafen gelesen. Das ist doch alles nicht echt - oder?
Ihr segelt irgendwo zwischen den griechischen Inseln und vertreibt Euch die Zeit damit, spannende Geschichten zu erfinden!!! ???
Puh.
Spass beiseite.
Wir hoffen, dass Ihr Euch vom Schreck und Rauch ein wenig erholt habt und dass das Wetter möglichst bald die Überfahrt zu den Balearen zulässt.
Da dürftet Ihr dann ja auch außer Reichweite der Mafiosi sein - oder?
Wir vergnügen uns hier mit so langweiligen Sachen wie Hausaufgaben, IKEA und schwimmen im Hallenbad ;-)
Haltet Euch tapfer.
Ich suche jetzt mal jemand, der aus Eurem Blog ein Drehbuch zaubert und dann werde ich reich!
Ähnlichkeiten mit Euch sind dann natürlich rein zufällig.
Wir warten ungeduldig auf den nächsten Bericht.
Ganz liebe Grüße von Lorenz und Uschi
Ich hab´s auch gerade gelesen. Mann, dass ist besser als einer dieser blöden Romane. Also, Esther wenn Radtkes reich sind, wenn Ihr wieder zurück seid, weisst Du, dass ich alles einem Verlag geschickt habe!
AntwortenLöschenHoffentlich gibt es noch sehr viele Schöne Dinge auf Eurer Reise!
Die neue Lehrerin ist nett, Anna und Sophia gehen gerne in die Schule. Wir sind eigentlich ganz zufrieden.
Verfolge gespannt weiter und melde mich wieder :-) Drück alle ganz fest, dass der Restrauch aus den Lungen schwindet!
Hallo ihr drei, ich hoffe ihr habt euch wieder gut von dem Schreck erholt. Dann kann man euch ja nur viel Spass für die Überfahrt zu den Balearen wünschen und das ihr den Schock schnell hinter euch lasst. Hauptsache es ist nichts passiert, Russ kann man zum Glück wegwischen.
AntwortenLöschenGruß aus München, Sven