Sonntag, 24. Oktober 2010

Logbucheintrag, Sonntag, 24.10.2010

Am Vormittag noch neue Gasflaschen für den Smutje in Santa Pola besorgen, danach gegen 11 Uhr ablegen. Das Highlight des Tages: Ludwig setzt zum ersten Mal unseren neuen Gennaker ! Uiiiiii !!!! Wie er strahlt !!!! Der Wind kam ausnahmsweise mal von "hinten". ! Ludwig weckt die Crew: Das muss schliesslich bewundert werden !
Unser Zielhafen "Puerto de Tomás Maestre" liegt im "Mar Menor", d.h. wir müssen durch eine Brücke durch, deren Öffnungszeiten in der Nachsaison nicht ganz eindeutig sind. Und wie immer: Wir sind die Einzigen "
Esther funkt und funkt und funkt... so lange, dass wir erstmal 2 Stunden vor der Hafeneinfahrt im engen Fahrwasser kreisen müssen, bis wir die allerletzte Möglichkeit nutzen können, um grünes Licht für die Einfahrt um 20 Uhr zu bekommen. 2 Stunden ?: Wir nutzen die Zeit fürs Abendessen. Punkt 20 Uhr "bricht" die Brücke auseinander, wir geben Gas und steuern aufgeregt im sehr engen Ärmelkanal unter der Brücke hindurch. Super spannend, bei Mondlicht! Schoko bellt, die am Ufer sitzenden Angler auch ! ;-)
Im Hafen eingelaufen, wissen wir immer noch nicht wohin, Esther funkt nochmal, ein "Marinero" hilft uns beim Anlegen.
Schön, dass "Snowflake" am Steg der Luxus-Motor-Yachten anlegen darf, doch haben sie uns da wohl etwas "überschätzt", was den "Luxus" angeht. Trotzdem ist alles sehr nett hier, doch auch ein wenig künstlich, letztendlich auch der Preis, den wir am nächsten Morgen erfahren.
Also, schnell wieder klar Schiff machen ! Endlich den Aufkleber am Heck anbringen: "Liebe Katrin ! An dieser Stelle Danke für die nach Sardinien mitgebrachten Aufkleber !" "Tenemos prisa", um 18 Uhr öffnet sich die Brücke und wir müssen da durch!
Wir machen eine Nachtfahrt, um mal wieder bisschen "Seemeilen zu fressen", um Richtung Südwest voran zu kommen.
Die Nachtfahrt ist ruhig, wir motoren, Ludwig macht "durch". Kaum gibst was zu tun, muss Esther am nächsten Morgen ans Ruder: Vorsegel setzen und Motoren aus !
Bei knapp 7 knts läuft "Snowflake" gut, so dass wir uns entscheiden, einfach mal weiterzusegeln , egal, welcher Zielhafen kommt. Doch nach 3 Stunden ist der Wind vorbei !
Segel runter, Motoren an - sie schnurren übrigens wie 2 glücklicke Kater - ;-))))
Gegen 15:30 Uhr plötzlich frischt der Wind so auf, dass wir das Vorsegel nur gerefft setzen !
Hart am Wind steht uns das Einlaufen im "Puerto de San Jose" bevor. Ein anderer Katamaran hat wohl den gleichen Zielhafen, gibt Gas und überholt uns.
"Puerto de San Jose" ist ein sehr kleiner Hafen, wir bekommen den wirklich allerletzen Liegeplatz. Glück gehabt ! Esther ärgert sich jetzt noch über das unseemännische Verhalten der einfach "dazwischen quatschenden" französischen Funkerin des anderen "Kat"! Bei starkem Wind legen wir unter Anspannung der Crew zum ersten Mal im sehr engen Hafen direkt nach dem grünen Hafenfeuer mit dem Bug zur Pier an: Es klappt ! 3 Stunden danach ist unser Adrenalinspiegel noch etwas erhöht.
Der Liegeplatz ist sehr schön, aber wir wollen den für morgen abend angekündigten Ostwind nutzen, um wieder mit einer Nachtfahrt weiter gen Gibraltar zu kommen.
Morgen stehen noch Wasser, Kräfte bunkern und Reparaturen am Großsegel an, denn bei der Starkwindfahrt hat sich der Schäkel am Unterliek gelöst.
Die Snowflake-Crew ist guter Dinge !

2 Kommentare:

  1. Liebe Crew, das klingt ja alles super-spannend, vor allem Brückendurchfahrt und der Run auf den letzten Liegeplatz!
    Und wie er strahlt, der Gennaker! Das ganz Fachvokabular klingt für mich allerdings wie chinesisch....Man merkt Ihr seid halt Profis!
    Ich hoffe, Ihr hattet eine gute Nachtfahrt nach Gibraltar und mit entsprechendem Wind!

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  2. Ja, also ich bin ja ganz begeistert. Auch wenn es mir wie meiner Vorrednerin geht, die auch nur Bahnhof versteht. Am besten, Ihr kommentiert eure Fachsimpeleien mit ein paar Sternchen aus, dann kann ich Laie ungestört von den schönen Badebuchten und Restaurants durchlesen. Oder von den Anlegemanövern, bei denen ich ja richtig mitfiebere. Wow, ich stell mich schon an, wenn ich mit Kalle einen steilen Berg hochfahren soll, oder irgendwo knifflig einparken will. Aber so ein Schiff auf unberechenbarem Wasser per Funk, wo niemand hingeht... Das würde mich ja fertig machen. Und jetzt Gibraltar. Wie cool. Ist das für Segler was ganz besonderes? Stell ich mir auf jeden Fall vor. Jetzt mal ein paar (vielleicht typisch deutsche, spießige) Fragen: Warum hat keiner auf den Bildern auf See eine Schwimmweste an? Und: Ihr redet immer von den aberwitzig teuren Hafenkosten. Gebt mir mal eine Hausnummer, was das so kostet? Im Vergleich: unser teuerster Campingplatz lag so bei 50 €. Jetzt seid Ihr dran. Dann würde mich noch interessieren, ob Ihr schon besondere "Reise-Erkenntnisse" hattet. Ich habe mich während der ganzen Reise gefragt, was mir das jetzt bringt (doof, gell?). Und eigentlich gab's da nicht viel Hochphilosophisches. Bin gespannt, wie es Euch ergeht, was Ihr Euch so erwartet.

    Was gibt es sonst zu berichten? Wir waren letztes Wochenende ein letztes Mal mit Kalle unterwegs, bevor er jetzt nach Regensburg in sein Winterquartier darf. Also alles endgültig ausräumen, putzen, winterfest machen. Schade. Es wird eisig kalt hier, auch wenn die Sonne zumindest manchmal noch durchblitzt. Genießt Eure 18 Grad, wir haben 18 weniger ;-) Ich habe ein schickes Jobangebot von der Kinder- und Jugendfarm. Drückt mir die Daumen, dass es klappt. Patrick ist jetzt seit 1.10. bei MFO Matratzen verkaufen. Scheint soweit ganz prima zu sein.

    Wir vermissen euch schon ein wenig. Schwer zu glauben, dass Ihr noch 6 Monate weg seid. Geil, geil, geil!

    Haltet die Ohren steif und weiterhin viel Spaß,
    Eure Kristina

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