Samstag, 18. Dezember 2010

Logbucheintrag, Samstag, 18.12.2010 "Bremsmanöver einleiten"

Noch 150 sm. Wir planen den Landfall zum Sonnenaufgang am 19.12. Die Wetteraussichten sind vielversprechend. Wir erwarten ideale Bedingungen für die nächsten 30 Stunden. Um nicht mitten in der Nacht anzukommen fahren wir jetzt schon mit angezogener Handbremse. Das heisst der Spinnacker ist für die heutige Nacht erstmal geborgen, es geht mit Groß und Genua auch noch mit 6 kn voran. Maarten ist zwar erstmal nicht begeistert, ist aber im Nachhinein sicherlich froh dass er nicht jede halbe Stunde zum Segel bergen aufgeweckt werden muß. Die regelmäßig vorbeiziehenden dunklen Wolken lassen an ihrer Hinterkante den Wind zuverlässig auf 20 kn auffrischen, dann wirds ohnehin zu viel für den Spi.

Die Männerwirtschaft hat langsam ihre Spuren hinterlassen. Heute nach Sonnenaufgang ist klar Schiff angesagt - das volle Programm incl. Kühlschrank ausmisten und Herdkrusten abschaben....Schluss mit Lotterleben nach errechneten 425.000 Wellen von hinten, von der Seite und von vorne....

Zum Schluss noch ein besonderer Dank an - nur für Insider - yl Britta und om Andre, mit deren Hilfe wir während der Überfahrt die Kommunikation aufrecht erhalten konnten. tnx ufb QSO !!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Logbucheintrag, Donderstag, 16.12.20210 O endless Ocean..."

A Poem for the Ocean

O endless Ocean
Thou art so deep

O endless Ocean
Thou gives us so much food

O endless Ocean
Thou gives us wind

O endless Ocean
Thou keeps us afloat

O endless Ocean
Thou can be so cruel

O endless Ocean
Thou can be so loving

O endless Ocean
Thou can be mighty fearfull

O endless Ocean
Thou keeps rocking us back and forth

O endless Ocean
Thou blue colour is so deep

O endless Ocean
When will thou end?

Dienstag, 14. Dezember 2010

Logbucheintrag, Dienstag, 14.12.20210 "Sternschnuppenregen"

die Tage und Nächte verlaufen ruhig. Ab und an mal Segel wechseln, die meiste Zeit fahren wir mit Spi. Mittlerweile sind wir den 23. Tag auf See. Gut dass wir großzügig gebunkert haben. Es gibt immer noch Abwechslung in der Bordküche. Seit Maarten wieder fit ist, zeigt er was er in der Kochschule zu Hause alles gelernt hat - Ein Dank an die Kochlehrerin.

Nachts regnet es Sternschnuppen. So viele, dass mittlerweile die Wünsche ausgehen. Im Umkreis von über 1000 km ist kein störendes Licht. Das macht das Ganze noch spektakulärer.

Obwohl wir immer noch 600 sm vor uns haben, geht es langsam an die Ankunftsplanung. Dirk und Maarten mußten ihre Rückflüge umbuchen. Der wechselhafte Wind und die Ausweichmanöver um die Tiefdruckgebiete in den ersten 10 Tagen haben unseren Zeitplan etwas durcheinander gebracht. Sofern der Wind nicht groß nachläßt, sollten wir am 18.12. auf Barbados ankommen. Die Wetten um die genaueste Ankunftszeit sind schon abgeschlossen.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Logbucheintrag, Samstag, 11.12.20210 "Alles wird gut"

nach den etwas aufreibenden Bedingungen der letzten Tage, geht es heute wieder etwas gemächlicher zu. Der Wind bläst konstant mit 20 kn. Die Wellen rollen mittlerweile gleichmäßig von hinten heran. Maarten hat sich auch wieder etwas erholt und zweckentfremdet tatendurstig die Gangway zum Ausbaumen der Genua - Wir segeln "Platt vor den Laken" mit Schmetterlingsbesegelung. Der Wind ist einen Tick zu stark für den Spinnaker - er bleibt heute noch im Sack.

Freitag, 10. Dezember 2010

Logbuch, 10.12. Männertour

Wann immer man denkt man hat alles gesehen und es kann nicht doller kommen - es kann.
Unter vollem Körpereinsatz wird hier dieser Logbucheintrag verfaßt. Wir haben konstant 25 Knoten Wind mit Böen bis 35 Knoten. Die Dünung ist bereits haushoch und dazu haben sich aus diversen Richtungen noch ein paar 4 Meter Wellen gesellt. In Kombination bedeutet dieser tolle Mix, hatte ich eigentlich die kleinen Schauer erwähnt, - ein "Männertag".
Es geht zwar sehr ordentlich voran, aber die Standardfreizeitaktivitäten haben heute Pause und die Konzentration wird eher für die Vitalfunktionen gebraucht.
Snowflake interessiert das kaum, sie hält sich wacker und rollt, stampft und schüttelt vor sich hin.
Unser Skipper ist zwar als Smutje super, bei der Nummer mit dem Boot stabilisieren und für den Komfort der Besatzung sorgen hat er eindeutig gepennt. Sehe da in den nächsten Tagen wenig Aussicht auf Besserung.
Aber man lernt ja nie aus, ach ja, nicht nur das Pinkeln gegen den Wind ist schwierig.

Logbucheintrag, Donnerstag, 09.12.2010 "Alles hat seinen Preis..."

Es geht voran, sogar ziemlich flott. Innerhalb der letzten 24 Stunden haben wir fast 150 Seemeilen geschafft. Der Wind bläst zwischen 20 und 25, manchmal 30 kn aus der richtigen Richtung. Die Wellen türmen sich hinter uns 3-4m auf - immer wieder beeindruckend. Es gibt nach wie vor starken Schwell aus NW. Dadurch wird die Windsee immer wieder von querschlagenden Wellen gestört. Die Folge ist, daß Snowflake gewaltig nickt, rollt und giert. Der Autopilot leistet unglaubliches. Dementsprechend werden unsere eigenen Bewegungen immer langsamer. Die Routinearbeiten gehen derzeit etwas schwer von der Hand. Maarten kämpft tapfer gegen Seekrankheit. Man merkt doch, dass Snowflake mit ihren 35 Fuß eher zur Nussschalenklasse gehört ;-) Nichtsdestotrotz, wir sind alle guter Dinge - nur noch 1200 sm.

Montag, 6. Dezember 2010

Logbuch, 6.12. Es geht voran

Schon wieder sind 2 Tage auf See vergangen und es scheint das wir immer mehr die Mutter Theresa des Atlantiks werden. Die Sparrow hatte gestern einen Zusammenstoß mit einem Fischtrawler, ich kenne zwar die Wahrscheinlichkeit nicht inmitten des Atlantiks ein anderes Boot zu treffen, würde aber mal über Lottospielen nachdenken.
Hinzu kam dann noch ein medizinisches Problem und wir wurden um Hilfe gebeten. Leider aber hatten wir nicht das notwendige Medikament zur Verfügung und da bereits Hilfe angefordert war, wurde auf ein Rendezvous verzichtet.
Heute kam dann gegen Mittag ein Dringlichkeitsruf (Pan) von einer französischen Besatzung in unserer Nähe. Und jetzt bitte festhalten, sie baten uns dafür zu sorgen das ihre mittlerweile leere Satellitentelefonkarte wieder aufgeladen wird. Also wie man sieht nur Profis unterwegs. Wenn der Rotwein alle ist schicken sie wahrscheinlich ein Mayday raus.
So wie es aussieht konnten wir mit einer email weiterhelfen damit der französische Redefluß wieder in Gang kommt.
Endlich scheinen wir die Passatwindzone erreicht zu haben. Wir müssen nicht mehr gegen die Wellen anstampfen und der Wind schiebt uns von Achtern. Er wird stetig stärker so das wir die nächsten 4 Tage auf eine angenehme und zügigere Fahrt bei guter See hoffen können. Die Temperaturen lassen auch nachts jetzt kurze Hose und T-shirt zu.
Allerdings warten wir immer noch auf den ersten Thunfisch.